Karriere

High Ticket Closing ist die Branche für Frauen.

High Ticket Closing heißt, Verkaufsgespräche für hochwertige Angebote wie Coachings und Ausbildungen zu führen. Ich arbeite selbst in dieser Branche und sage dir, warum sie wie gemacht ist für Frauen mit Gespür für Menschen.

Michaela Prazak führt auf ihrer Terrasse auf Mallorca ein Gespräch am Telefon, vor ihr ein Laptop

Das Wichtigste in Kürze

  • High Ticket Closing heißt: Gespräche für hochwertige Angebote führen, per Telefon oder Video, im Auftrag von Coaching-Unternehmen.
  • Ein gutes Closing-Gespräch lebt vom Zuhören. Du stellst die richtigen Fragen, und am Ende wählt die Kundin selbst.
  • Frauen bringen die wichtigste Fähigkeit schon mit, nämlich Empathie und ein feines Gespür für Menschen.
  • Der Einstieg gelingt mit einer guten Ausbildung, auch neben deinem Job.

Was ist High Ticket Closing?

High Ticket steht für hochwertige Angebote, die oft mehrere tausend Euro kosten: Coachings, Mentorings, Ausbildungen oder Retreats. Closing ist das Gespräch, in dem die Entscheidung fällt. Eine High Ticket Closerin führt diese Gespräche, meistens per Telefon oder Video, im Auftrag eines Unternehmens.

Die Menschen, mit denen du sprichst, haben sich vorher selbst gemeldet. Sie haben ein Video gesehen, eine Masterclass besucht oder sich beworben. Sie wünschen sich eine Veränderung in ihrem Leben, und du hilfst ihnen herauszufinden, ob das Angebot der richtige Weg dafür ist.

Ich bin selbst High Ticket Closerin und arbeite seit Jahren in dieser Branche. Ich lebe auf Mallorca und kann von überall aus arbeiten. Was mich bis heute begeistert: Es ist ein Beruf, in dem dein Gespür für Menschen dein wichtigstes Werkzeug ist. Genau das, was viele Frauen jahrelang verstecken, weil es in ihrem Job als zu weich galt.

So läuft ein Closing-Gespräch ab

Ein gutes Closing-Gespräch fühlt sich für beide Seiten an wie ein ehrliches Gespräch zwischen zwei Menschen. Es folgt trotzdem einer klaren Struktur:

  1. Ankommen. Du schaffst Vertrauen. Dein Gegenüber spürt in den ersten Minuten, ob du dich wirklich für sie interessierst.
  2. Verstehen. Du stellst Fragen und hörst zu. Wo steht sie heute, wo möchte sie hin, was hält sie bisher auf?
  3. Raum halten. Zweifel und Ängste dürfen da sein. Du sprichst sie offen an, damit sie geklärt werden.
  4. Entscheiden. Du führst klar und ruhig zu einer Entscheidung, die sich für sie richtig anfühlt.

Meine Kollegin Lilia hat dafür eine einfache Regel: Du sprichst maximal 20 Prozent der Zeit, und 80 Prozent lässt du dein Gegenüber sprechen. Über die richtigen Fragen und dein Gespür erfährst du, was wirklich los ist. Und am Ende wählt sie selbst den nächsten Schritt.

Sie wählt selbst den nächsten Schritt.

Genau darin liegt der Unterschied zu dem Bild von Verkaufen, das viele Frauen im Kopf haben. Es geht um Führung, um echtes Interesse und um Klarheit. Mehr über diese Haltung liest du in Was ist Feminine Sales?

Wenn Zweifel kommen

In fast jedem Gespräch kommt ein Moment, in dem dein Gegenüber zögert. Ein Satz, den ich oft höre: „Ich muss noch eine Nacht drüber schlafen.“ Meine Erfahrung ist, dass sich über Nacht selten etwas ändert. Die Angst ist am nächsten Morgen dieselbe.

Deshalb geht es im Closing nicht darum, Zweifel wegzureden. Es geht darum, einer Frau zu helfen, ihre Entscheidung trotz und mit der Angst zu treffen. Wenn ihr Herz Ja sagt, darf der Verstand Fragen stellen, und du hilfst ihr, diese Fragen ehrlich zu beantworten.

Mir selbst hat einmal ein Satz die Augen geöffnet, den ich seitdem in vielen Gesprächen weitergebe:

Der Preis ist das, was du jetzt bezahlst. Jetzt und heute. Und Kosten ist das, was es dich kostet, wenn du es nicht tust.

Eine gute Closerin stellt genau solche Fragen. Was kostet es dich an Zeit, an Lebensfreude und an Möglichkeiten, wenn alles so bleibt, wie es ist? Und wie fühlt sich dein Leben an, wenn du den Schritt gehst?

Warum Frauen im High Ticket Closing so stark sind

Ich komme aus der Bank und dem Großhandel, und ich war immer im Vertrieb. Meine Trainer waren fast immer Männer. Erst im High Ticket Closing habe ich verstanden, wie wertvoll die Fähigkeiten sind, die wir Frauen mitbringen: Empathie, Zuhören und ein feines Gespür dafür, was zwischen den Zeilen gesagt wird.

Auch die Zahlen sprechen dafür. Eine Auswertung von Gong mit über 30.000 B2B-Verkaufsgesprächen kam zu dem Ergebnis, dass die Abschlussquote von Frauen im Schnitt etwa 11 Prozent höher lag als die der Männer. Was Frauen im Vertrieb noch auszeichnet, habe ich im Artikel Frauen im Vertrieb aufgeschrieben.

Und diese Fähigkeit wird wichtiger, nicht unwichtiger. Künstliche Intelligenz wird uns viele Aufgaben abnehmen, Zahlen, Daten und Fakten. Eine echte Verbindung zwischen zwei Menschen aber bleibt Menschensache.

Für wen du verkaufst: Kooperationen

Als Closerin arbeitest du für Unternehmen, meist Coaches, Mentorinnen und Akademien mit hochwertigen Angeboten. In der Branche heißt dieser Vertragspartner Kooperation. Die Branche ist riesig, und viele Unternehmen suchen Frauen, die solche Gespräche gut führen können.

Wichtig ist, deine Nische zu finden: ein Thema und ein Angebot, hinter dem du zu 100 Prozent stehst. Für mich gilt ein einfacher Satz:

Also ich verkaufe nur, was ich selber kaufen würde.

Kooperationen unterscheiden sich stark. Manche Unternehmen verkaufen in sogenannten Launches, also in intensiven Phasen ein paar Mal im Jahr. Andere suchen Closerinnen mit flexiblem Kalender, was zum Beispiel für Mamas mit kleinen Kindern ideal ist. Wie du gute Kooperationen erkennst, gehört zu dem, was du in einer guten Ausbildung lernst.

Lilias Weg: von der Klinik ins Closing

Lilia war Grundschullehrerin. Ihr Diplom wurde in Deutschland nicht anerkannt, also wechselte sie in die Medizin und arbeitete als Endoskopie-Schwester. Sie machte jedes Zertifikat, das es in ihrem Bereich gab, und kam trotzdem nicht weiter.

Dann sah sie auf Instagram eine Anzeige und wusste sofort, dass das ihr Weg sein könnte. Sie machte die Ausbildung neben ihrer Arbeit in der Klinik. Nach einem schweren Nachtdienst schrieb sie ihre Kündigung. Heute arbeitet sie frei und ortsunabhängig, und wir sind Teampartnerinnen.

Ich brauche nur mich, meine Stimme, ein Telefon, ich habe Menschenkenntnisse, ich habe Empathie.

Das ganze Gespräch mit Lilia kannst du dir unten im Video ansehen. Weitere Geschichten von Absolventinnen findest du auf der Seite Erfahrungen.

Was du für den Einstieg brauchst

Das Wichtigste ist dein Commitment, also die Entscheidung, dass du dein Leben verändern möchtest. Dazu gehört eine Ausbildung, in der du die Gespräche wirklich übst: mit Live-Trainings, Rollenspielen und ehrlichem Feedback.

Und es braucht ein bisschen Mut. Angst gehört zu jeder großen Entscheidung dazu. Lilia sagt dazu einen Satz, den ich seitdem oft weitergebe: Tanz mit der Angst. Du musst sie nicht loswerden, du nimmst sie mit.

Wie der Weg zur Closerin konkret aussieht, beschreibe ich in Closerin werden. Und wenn du spürst, dass diese Branche dich ruft, lade ich dich in die Feminine Sales Academy ein.

Video

Lilia und ich im Gespräch

Ich im Gespräch mit Lilia Rotaru über ihren Weg von der Klinik ins High Ticket Closing.

„Meine Sicherheit ist meine Fähigkeit.“
Michaela PrazakGründerin von The Art of Feminine Sales
Fragen

Häufige Fragen.

Was verdient man im High Ticket Closing?

Closerinnen arbeiten meist auf Provision. Pro erfolgreichem Gespräch sind 250€ bis 1.000€ üblich, je nach Angebot und Unternehmen, manche Kooperationen zahlen zusätzlich ein Fixum. Wie viel daraus im Monat wird, hängt von deinem Einsatz, deinen Kooperationen und dem Markt ab. Mehr dazu liest du im Artikel über den Beruf Remote Closer.

Brauche ich Vorerfahrung im Vertrieb?

Viele Frauen starten ohne Vertriebserfahrung, zum Beispiel aus der Pflege, dem öffentlichen Dienst oder einer Bank. Entscheidend sind Gespür für Menschen, Lernbereitschaft und eine gute Ausbildung.

Kann ich High Ticket Closing neben meinem Job lernen?

Ja. Die Ausbildung in der Feminine Sales Academy ist so aufgebaut, dass sie neben einem Vollzeitjob machbar ist. Die Live-Trainings werden aufgezeichnet, so lernst du in deinem Tempo.

Was ist der Unterschied zwischen Setterin und Closerin?

Die Setterin führt das erste, kürzere Gespräch und klärt, ob ein Angebot zu einer Interessentin passt. Die Closerin führt das ausführliche Gespräch, in dem die Entscheidung fällt. Viele Frauen starten als Setterin.

Ist High Ticket Closing seriös?

Seriöses Closing heißt, dass du nur Angebote verkaufst, hinter denen du stehst, und dass dein Gegenüber frei entscheidet. Genau so arbeiten wir und genau so bilden wir aus.

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